Scheidenpilz, Genitalmykosen, Candida

Candida ist ein Gattungsbegriff für Sprosspilze (Hefen). Die Gattung umfasst zahlreiche Arten, von denen nur ein geringer Teil medizinisch bedeutsam ist. Wichtigste fakultativ pathogene Art ist der Candida albicans. Er ist der häufigste Erreger sogenannter Candida-Mykosen (Soormykosen). Infektionen mit Candida findet man im Bereich der Haut (Handflächen, Brustwarzen, Analbereich), der Schleimhäute (Mund, Rachenraum, Verdauungstrakt, Vagina), bei immunsuprimierten Patienten sind auch tiefe Organmykosen (insbes. der Lunge) möglich.

Die Symptome, die eine Infektion mit Candida albicans in der Vagina verursacht sind Rötung, Schwellung, Juckreiz, Brennen, vermehrter flockiger weißlicher Ausfluss, eventuell weißliche Beläge im Vulvabereich. Nachgewiesen wird Candida in der gynäkologischen Praxis mittels Nativsekret.

Gerade für die Pilze gilt Pasteurs berühmter Satz: der Bazillus ist nichts, das Terrain ist alles. Das vermehrte Auftreten von Candida ist also eine Milieufrage. Pilze lieben es warm, feucht, dunkel und süß. Im durch die Milchsäurebakterien normalerweise leicht sauren Milieu der Scheide gedeihen Pilze kaum.

Da in der Schwangerschaft, bedingt durch den steigenden Östrogenspiegel, der pH Wert der Scheide weiter im alkalischen Bereich liegt, ist die Häufigkeit von Vaginalmykosen erhöht. Bei 20-35% der Schwangeren kann Candida albicans in der Scheide nachgewiesen werden.

Infektionen vor der Geburt behandeln

Es wäre gut, Infektionen mit Candida albicans vor der Geburt zum Verschwinden zu bringen, da das Baby sonst über die Geburtswege mit Scheidenpilzen in Berührung kommt und dabei eine Infektion erwerben kann. Diese könnte dann in Form von Mundsoor oder Windeldermatitis zu Tage treten.

Auch die Pille, Antibiotikagaben, Immunschwäche, Diabetes, häufiges Kranksein, zuviel Stress, Hallenbadbesuche und zuckerreiche Ernährung begünstigen die Entstehung von Pilzinfektionen. In nichtschwangerem Zustand finden sich Infektionen bei 10-15% der Frauen. Die Therapie erfolgt normalerweise mit Antimykotika. Kurzfristig wirken diese sehr gut. Bleibt jedoch das Milieu für Pilze attraktiv, kommt es sehr häufig erneut zur Infektion.

Will frau sich also nachhaltig der Plagegeister entledigen, empfehlen sich folgende (Begleit-)Maßnahmen:

Grundsätzlich sollte frau sofort auf Beschwerden reagieren und mit der einen oder anderen obigen Maßnahme das Milieu wieder in Ordnung bringen, denn je länger sich Pilze ungestört ausbreiten können, desto schwerer wird frau sie wieder los.

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