Wickel

Sanfte Selbsthilfe bei Erkältungskrankheiten

Es müssen nicht immer Pillen und Tropfen sein. Bei vielen akuten Infektionen und Beschwerden kann es ausreichen, den Organismus mit Hilfe von Hausmitteln, wie z.B. Wickel in Gang zu bringen. Sie sind wirksam, billig und bei richtiger Anwendung unschädlich. Vor allem Kinder erleben dabei, dass die Aufmerksamkeit und Zuwendung der Eltern sehr wohltuend und heilend wirkt.

Wickel und Auflagen helfen die Beschwerden zu lindern, beginnende Erkrankungen abzuschwächen, regen die Selbstheilungskräfte an und geben dem Körper die Chance, zur Ruhe zu kommen.

Grundsätzlich ist bei der Anwendung von Hausmitteln immer wichtig auf das eigene Befinden zu achten.

„Es ist nicht genug zu wissen, man muss es auch anwenden.
Es ist nicht genug zu wollen, man muss es auch tun.“

Allgemeine Maßnahmen bei Infektanfälligkeit und zur Steigerung der Abwehrkräfte in den „Erkältungsmonaten“:

Ansteigendes Fußbad

Das erste und beste Hausmittel zur Infektabwehr ist ein ansteigendes Fußbad. Bei den ersten Anzeichen rechtzeitig angewandt, kann so manche Erkältungskrankheit abgeblockt werden.

Tauchen Sie die Füße bis zu den Knöcheln in warmes Wasser (ca. 33°C). Schütten Sie dann immer wieder etwas kochendheißes Wasser nach, bis das Wasser sehr heiß ist. Dabei max. auf 40-42°C erhöhen.

Danach das Wasser von den Füßen abstreifen, Wollsocken anziehen und ca. 30 Minuten nachruhen. Ein günstiger Zeitpunkt für das Fußbad ist direkt vor dem Schlafengehen.
ACHTUNG: Bei beginnendem Fieber kann das Fußbad den Kreislauf belasten! Wichtig dabei ist, immer auf das eigene Befinden zu achten.

Mögliche Zusätze: Thymian-Öl, -Tinktur oder –Tee (durchblutungsfördernd, krampflösend und antibakteriell), 2 EL Meersalz auf 1 Liter Wasser (durchblutungsanregend, entzündungsheilend und abschwellend) oder 10g geriebenen Ingwer im Säckchen ins Wasser hängen (durchblutungsanregend und sehr durchwärmend).

Wadenwickel

Wichtige Grundregel bei allen Wickeln: Keine kalten Anwendungen bei einem kalten Körper.

Wirkt Hitzeableitend, temperatursenkend, beruhigend und heilend.

Sie brauchen 2 Innentücher aus Leinen oder Baumwolle (Geschirrtücher, Stoffwindeln o.ä.), 2 Zwischentücher aus Baumwolle, 2 Außentücher aus Woll- oder Frottierstoff und eine Schüssel mit kaltem Wasser (zwischen 12°C - 18°C).

Bei Kindern den ersten Wickel mit 25 °C machen, um „Schockwirkung“ zu vermeiden.

Je ein Außen- u. Zwischentuch unter die Waden des Patienten legen. Die Tücher sollen vom Knöchel bis zum Knie reichen. Das Innentuch wird in kaltes Wasser getaucht, ausgewrungen und um die Wade gewickelt und mit dem Zwischen- und Außentuch gut umwickelt.

Den Patienten zudecken. Sobald sich der Wickel nicht mehr kühl anfühlt, muss er entfernt werden (nach ca. 5-20 Minuten, evtl. auch früher).

Fühlen sich die Beine wieder warm an kann er wiederholt werden. Wegen einer eventuellen Kreislaufbelastung nur max. 2 bis 4 Mal wiederholen, dann erst mal eine Pause machen.

Zwiebelwickel oder Zwiebelsäckchen

Wirkt reinigend, keimtötend, schleimlösend und schmerzlindernd.

Als wärmender Wickel anzuwenden bei Katarrhen des Brustraumes (z.B. Husten Bronchitis), Halsschmerzen, Ohrenschmerzen oder auch bei Insektenstichen.

Sie brauchen Zwiebeln (Menge je nach Auflage zwischen 1 und 3), eine Umhüllung (dünnes Baumwolltuch oder eine Baumwollsocke), ein Zwischentuch aus Baumwolle und ein Außentuch aus Wolle oder Frottierstoff. Die Größe der Tücher richtet sich nach der zu behandelten Fläche.

Die Zwiebeln hacken oder in Scheiben schneiden. Zwiebeln zimmerwarm oder leicht erwärmt auf der Umhüllung auslegen und mit dem Nudelholz zerdrücken. Ein Päckchen machen und mit Heftpflaster zukleben.

Auf die zu behandelnde Stelle legen und mit dem Zwischentuch und dem Außentuch fixieren. Den Wickel mehrere Stunden einwirken lassen. Mit einer Wärmflasche kann die Heilwirkung der Zwiebel noch gefördert werden. Bei Bedarf wiederholen. Jede Auflage nur einmal verwenden

Kartoffelwickel

Wirkt erwärmend, durchblutungsfördernd, entspannend, beruhigend, krampflösend, schleimlösend u. schmerzlindernd.

Anzuwenden bei Muskelverspannungen (z.B. Nacken oder Rücken), bei rheumatischen Beschwerden, Magen-Darm-Störungen (z.B. Bauchweh oder Blähungen), Erkrankungen des Brustraumes (z.B. Husten und Bronchitis) oder bei Ohrenschmerzen.

Sie brauchen Kartoffeln (Menge je nach Auflage), ein Zwischentuch aus Baumwolle, ein Außentuch aus Woll- oder Frottierstoff, ein Innentuch aus Baumwolle oder ein Baumwollsäckchen. Die Größe der Tücher richtet sich nach der zu behandelten Fläche.

Die weichgekochten, heißen Kartoffeln mit Schale im Säckchen oder auf einem Tuch gleichmäßig verteilen. Mit der Faust oder einem Nudelholz zu einem Brei zerdrücken. Die Auflage soll ca. 2 cm dick sein

Der Kartoffelsack (-Tuch) soll so warm wie möglich sein.

Vorsicht: Kartoffeln bleiben sehr lange heiß – vor dem Auflegen genau die Temperatur kontrollieren.

Zuerst locker auflegen und wenn der Patient ihn gut verträgt, mit dem Zwischentuch und dem Außentuch fest anziehen. Solange liegen lassen, bis der Wickel keine Wärme mehr abgibt.
Bei Bedarf wiederholen. Jede Auflage nur einmal verwenden.

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