Zur Geschichte der Homöopathie
Das Jahr 1790 gilt als das Geburtsjahr der Homöopathie. Hahnemann verdiente damals seinen Lebensunterhalt mit der Übersetzung medizinischer Arbeiten. Zu dieser Zeit war er gerade dabei eine Arzneimittellehre von Cullen zu übersetzen.
Hierbei fiel ihm die Wirkung der Chinarinde bei Wechselfieber (Malaria)
auf. Er empfand die Ergebnisse als sehr spekulativ und unternahm einen
Selbstversuch ("Chinarindenversuch").
Er nahm die Chinarinde ein und hatte nach wenigen Stunden Symptome des
Wechselfiebers. Zufall ? Nach einer wiederholten Einnahme kam er zum
gleichen Resultat.
Die Homöopathie war geboren!
Im Laufe der nächsten Jahre unternahm er an sich und seinen
Familienmitgliedern weitere Arzneiversuche, beobachtete und sammelte
Erfahrungen, so dass er 1796 nach mehrjährigen Beobachtungen durch reine
Erfahrung belehrt, mit seiner ersten Publikation "Versuch über ein neues
Prinzip zur Auffindung der Heilkräfte der Arzneisubstanzen..." an die
Öffentlichkeit ging.
Nachdem er zum Teil auch heftige Reaktionen auf Arzneiversuche verzeichnete,
reduzierte er 1799/1800 zunächst die Dosis und entwickelte dann das
Verfahren der Potenzierung, das er zuerst nur Verdünnung nannte. Während der
folgenden Jahre machte er weitere Arzneiversuche und verordnete seine
homöopathischen Mittel mit so großem Erfolg, dass auch Kollegen sehr
aufmerksam wurden.
Etwa um 1822, nach Erscheinen der ersten homöopathischen Zeitung, begann dann auch die globale Ausbreitung der Homöopathie. Zuerst in die europäischen Länder und später dann auch Amerika und Indien.
Der deutsche Arzt Constantin Hering, der sich als homöopathischer Arzt 1833 in den USA niederließ, brachte den Segen der Homöopathie nach Amerika.
Heute gibt es auf der ganzen Welt homöopathisch arbeitende Therapeuten.
In Indien ist sie sehr weit verbreitet und sogar staatlich anerkannt.
Jedes Krankenhaus hat dort eine homöopathische Abteilung und unzählige
Ausbildungsstätten sorgen für weitere Verbreitung.
Aber auch bei uns ist sie mehr denn je im Aufstreben. Sie ist heute auf dem
besten Wege das zu werden als was sie schon seit ihrer Entdeckung galt,
"Medizin der Zukunft".
Kurzbiographie Hahnemanns und seiner Arbeit
- 1755 Samuel Hahnemann wird am 10.April in Meissen geboren
- 1767-75 Lateinschule in Meissen
- 1775-76 Medizinstudium in Leipzig
- 1777 Ein Semester in Wien, hospitiert bei dem Leibarzt der Kaiserin, Joseph Quarin
- 1777-79 Hausarzt und Bibliothekar in Hermannstadt
- 1779 Ende des Studiums
- 1780 niedergelassener Arzt in Hettstedt
- 1781 Ausbildung in praktischer Pharmazie in Dessau
- 1782 Heirat mit Henriette Küchler (1764-1830). Samuel und Henriette bekamen 11 Kinder.
- 1790 Übersetzung der "Materia Medica" (v.Cullen). Erste Arneimittelprüfung: der bekannte Chinarindenversuch.
- 1793-99 Veröffentlichung des "Apotheker Lexikons"
- 1796 Erste Formulierung des "Versuch über ein neues Prinzip zur Auffindung der Heilkräfte der Arzneisubstanzen" (Hufelands Journal, Band 2)
- 1801 Veröffentlichung seiner Schrift "Heilung und Verhütung des Scharlachfiebers". Weitere wichtige Publikationen folgten.
- 1805 erste Auflistung der Ergebnisse seiner Arzneimittelprüfungen an gesunden Menschen
- 1806 "Heilkunde der Erfahrung" (gilt als Organon Vorläufer)
- 1810 "Organon der rationellen Heilkunde",
- 1811-1821 entstand die "Reine Arzneimittellehre" 6 Bände
- 1821-35 Leibarzt des Herzogs Ferdinand von Anhalt-Köthen
- 1822 Gründung der ersten homöopathischen Zeitschrift der Welt "Archiv für die homöopathische Heilkunst", die bis auf den heutigen Tage in ununterbrochener Folge erscheint.
- 1828-1839 entstanden die "Chronischen Krankheiten".
- 1830 Tod seiner Frau Henriettes
- 1831 verkündete er die wichtigsten Heilmittel gegen die asiatische Cholera, mit denen er beeindruckende Heilungserfolge erzielte.
- 1832 Gründung "Allgemeine homöopathische Zeitung"
- 1835 Heirat mit Melanie D'Hervilly (1802-1878) und Übersiedelung nach Paris, wo er bis zu seinem Tode eine sehr gut florierende Praxis betrieb.
- 1843 Hahnemann stirbt am 2.7.1843 und wird in Paris begraben.



